Leerwohnungen 2020

Leerwohnungsziffer zum fünften Mal in Folge über 1 Prozent

Am 1. Juni 2020 standen im Kanton Luzern 3'296 Wohnungen leer. Dies entspricht einer Leerwohnungsziffer von 1,66 Prozent. Die Leerwohnungsziffer liegt damit zum 5. Mal in Folge über 1 Prozent. Das Untere Wiggertal wies die höchste und der Agglomerationsgürtel die niedrigste Leerwohnungsziffer aus.

Zahl der leeren Wohnungen erreicht Rekordhöhe

Die Zahl der am 1. Juni 2020 im Kanton Luzern leerstehenden Wohnungen (inkl. Einfamilienhäuser) nahm gegenüber dem Vorjahr um 305 auf 3'296 Wohnungen zu (+10,2%). Damit wurde erstmals die 3000er-Marke überschritten. 91 Prozent der Leerwohnungen waren Miet- und 9 Prozent Kaufobjekte. Die Leerwohnungsziffer, die den Anteil leerstehender Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand misst, erhöhte sich um 0,15 Prozentpunkte auf 1,66 Prozent. Sie lag damit im fünften Jahr in Folge über der 1-Prozent-Marke.

Von den am Stichtag leerstehenden Wohnungen waren 549 Einheiten oder 17 Prozent innerhalb der letzten beiden Jahre fertiggestellt worden. 2'747 Wohnungen beziehungsweise 83 Prozent waren früheren Baudatums. In der Grössenkategorie der 3- und 4-Zimmer-Wohnungen, auf die 56 Prozent des Luzerner Gesamtwohnungsbestands entfällt, wurden 1'173 beziehungsweise 1'123 Leerwohnungen gezählt. Es folgten die Wohnungen mit 2 Zimmern (402 Leerstände) und solche mit 5 Zimmern (269); am wenigsten Wohnungen standen in den Kategorien der 1-Zimmer-Wohnungen (212) und der Wohnungen mit 6 und mehr Zimmern (117) leer. Zu den vielräumigen Wohnungen gehören auch die meisten Einfamilienhäuser; mit 145 waren von ihnen 32 mehr unbesetzt als noch 2019 (113).

Leerwohnungsziffer ist in allen Wohnungsgrössenkategorien gestiegen

Der Anteil der Leerwohnungen am Wohnungsbestand der jeweiligen Grössenkategorie war bei den Wohnungen mit 1 Zimmer am höchsten (2,52%), obwohl in absoluten Zahlen in dieser Kategorie vergleichsweise wenige Wohnungen leer standen. Von den 3- und 4-Zimmer-Wohnungen waren 2,41 respektive 1,82 Prozent unbesetzt, von den Wohnungen mit 2 und 5 Zimmern 1,74 respektive 0,80 Prozent. Anteilmässig am wenigsten Leerstände gab es bei den Wohnungen mit 6 und mehr Zimmern (0,51%). Im Vergleich zu 2019 nahm die Leerwohnungsziffer in allen Wohnungsgrössenkategorien zu, am stärksten bei den Klein- und Kleinstwohnungen mit 1 Zimmer.

Höchste Leerwohnungsziffer in der Region Unteres Wiggertal

Die regionalen Leerwohnungsziffern weichen zum Teil deutlich vom kantonalen Mittelwert von 1,66 Prozent ab. Am rarsten waren Leerwohnungen in den Analyseregionen Agglomerationsgürtel und Rottal-Wolhusen. Dort waren am Stichtag 0,72 beziehungsweise 0,97 Prozent aller Wohnungen als leerstehend gemeldet. Am höchsten war die Leerwohnungsziffer wie schon in den Jahren 2016 bis 2019 in der Region Unteres Wiggertal (2,54%).

Gegenüber 2019 verzeichneten die Regionen Agglomerationskern (+0,63 Prozentpunkte) und Michelsamt/Surental (+0,59) die stärkste Zunahme ihrer Leerwohnungsziffern. In drei weiteren Regionen (Agglomerationsgürtel, Rottal-Wolhusen, Unteres Wiggertal) lag die Zunahme des Leerwohnungsanteils zwischen 0,10 und 0,30 Prozentpunkten, während die Leerwohnungsziffer im Entlebuch fast unverändert geblieben ist. Eine Abnahme ihrer Leerwohnungsziffern verzeichneten fünf Regionen (Stadt Luzern, Rooterberg/Rigi, Sursee/Sempachersee, Willisau, Seetal). In der Stadt Luzern lag der Leerwohnungsanteil unterhalb des kantonalen Mittels: 2020 waren 538 Wohnungen oder 1,16 Prozent des städtischen Wohnungsbestands unbesetzt. Im Vorjahr hatte die Leerwohnungsziffer 1,29 Prozent betragen.

Leerwohnungszählung

Die aus der Leerwohnungszählung (Stichtag: 1. Juni) abgeleitete Leerwohnungsziffer misst den Anteil der am Markt angebotenen leerstehenden Wohnungen (inkl. Einfamilienhäuser) am gesamten Wohnungsbestand am Ende des Vorjahrs. Die Leerwohnungsziffer 2020 ist provisorisch und basiert auf dem Wohnungsbestand am 31. Dezember 2018. Die Leerwohnungsziffer ist einer von mehreren Indikatoren zum Wohnungsmarkt. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt kann mit ihr nicht abschliessend beurteilt werden; insbesondere sind längerfristige zeitliche Vergleiche der Leerwohnungsziffer schwierig, da sich die Vermittlung von Wohnobjekten in den letzten Jahren gewandelt hat.

Autor: Khanh Hung Duong / 16. Juli 2020

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