Bildung im Kanton Luzern 2018/19 - Sekundarstufe II

2-jährige Ausbildungen mit Berufsattest (EBA) weiter im Aufwind

Im Schuljahr 2018/19 starteten an den Luzerner Schulen 6'756 Lernende mit einer nachobligatorischen Ausbildung auf der Sekundarstufe II, die meisten von ihnen mit einer beruflichen Grundbildung (77%). Gegenüber dem Vorjahr veränderte sich die Verteilung zwischen Berufs- und Allgemeinbildung kaum.

4'398 Jugendliche begannen mit einer dualen Ausbildung an einer Luzerner Berufsfachschule, 828 Jugendliche mit einer schulisch organisierten beruflichen Grundbildung (inkl. nicht eidg. reglementierte Ausbildungen). Im Rahmen der allgemeinbildenden Ausbildungen traten 843 Lernende ins erste nachobligatorische Bildungsjahr am Gymnasium ein und 139 in dasjenige einer Fachmittelschule. Weitere 548 Jugendliche starteten mit einem kantonalen oder einem privaten Brückenangebot.

Entsprechend der demografischen Entwicklung beendeten im Vorjahresvergleich weniger Jugendliche die obligatorische Schulzeit und es traten auch weniger neue Lernende ins erste Jahr einer Ausbildung auf der Sekundarstufe II ein (–2,5% gegenüber dem Vorjahr). Für die nächsten Jahre zeichnet sich eine Wende ab: Auf der Sekundarstufe I sind die Schülerzahlen wieder im Anstieg begriffen und es werden in den kommenden Jahren mehr Lernende die obligatorische Schulstufe beenden.

EBA-Ausbildungen nehmen weiter zu

Mit 535 neuen Lernenden ist die 2-jährige EBA-Ausbildung (eidg. Berufsattest) auch im Schuljahr 2018/19 weiter im Aufwind (+5,3% gegenüber dem Vorjahr).

Mit 3'863 Lernenden, die in eine betrieblich organisierte 3- bis 4-jährige Grundbildung EFZ (eidg. Fähigkeitszeugnis) starteten, ist die Lernendenzahl bei diesem Ausbildungstyp gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (–2,3%). Die Zahl der Lernenden im 1. Bildungsjahr der schulisch organisierten EFZ-Ausbildungen hat ebenfalls abgenommen (–26% bzw. –41 Personen); der Rückgang betrifft dabei alle angebotenen Ausbildungsgänge.

Bei den jungen Frauen und Männern sind unterschiedliche Berufe begehrt. Unter den Frauen, die im Schuljahr 2018/19 an einer Luzerner Berufsfachschule in eine EFZ- bzw. in eine EBA-Ausbildung eintraten, ist die Ausbildung zur Kauffrau E-Profil EFZ (17% aller EFZ-Lernenden im 1. Bildungsjahr) bzw. die Ausbildung zur Detailhandelsassistentin EBA (38% aller EBA-Lernenden im 1. Bildungsjahr) am beliebtesten. Unter den Männern ist die Ausbildung zum Strassenbauer EFZ (11%) bzw. zum Haustechnikpraktiker EBA (14%) am häufigsten gewählt worden. Ersteres hängt mit der in Sursee lokalisierten interkantonalen Berufsfachschule Verkehrswegbau zusammen, die als Ausbildungszentrum für die gesamte Deutschschweiz überdurchschnittlich viele ausserkantonale Lernende ausbildet.

333 Jugendliche besuchen im ersten Jahr ihrer EFZ-Ausbildung den lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturitätsunterricht (BM1), das sind 9 Prozent aller Lernenden im ersten Ausbildungsjahr. Im Vergleich zum Vorjahr (9%) blieb dieser Anteil unverändert.

Insgesamt rund 20'000 Lernende in einer nachobligatorischen Ausbildung

Über alle Ausbildungstypen und -jahre betrachtet befanden sich im Schuljahr 2018/19 insgesamt 20'013 Lernende in einer nachobligatorischen Ausbildung auf Sekundarstufe II. Drei Viertel dieser Lernenden (15'129 Personen) besuchten eine Berufsfachschule im Rahmen einer beruflichen Grundbildung. 2'922 Lernende machten eine Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule, also an einem Gymnasium oder an einer Fachmittelschule. 571 weitere Lernende besuchten nach Abschluss ihrer beruflichen Grundbildung eine Berufsmaturitätsschule. Zudem befanden sich 553 Personen im Übergang von der obligatorischen in die nachobligatorische Ausbildungszeit in einem entsprechenden Brückenangebot.

Im Schuljahr 2018/19 nahm in der Gesamtbetrachtung die Lernendenzahl der EBA-Ausbildungen im Vorjahresvergleich zu (+4%). Auch die Zahl der Lernenden, die den vollschulischen oder den berufsbegleitenden Berufsmaturitätsunterricht besuchen, stieg weiter an (+8%). Bei den übrigen Ausbildungstypen waren Rückgänge zu verbuchen, mit Ausnahme der Fachmittelschulen (+5%).

An den Luzerner Gymnasien wurden im Rahmen der nachobligatorischen Schulzeit (4.–7. Klasse) 5 Prozent weniger Lernende gezählt. Von diesen 2'476 Lernenden wählte jede/r vierte Gymnasiast/in das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht – das beliebteste aller Schwerpunktfächer. Insgesamt besuchen 4'851 Lernende ein Gymnasium im Kanton Luzern.

Gut 1'000 Vollzeitstellen für Lehrpersonen an Gymnasien und Schulen der Sekundarstufe II

Im laufenden Schuljahr unterrichten 1'732 Lehrpersonen an den Luzerner Berufsfachschulen sowie den anderen Schulen auf der Sekundarstufe II (inkl. Gymnasien Sekundarstufe I). Das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Lehrerinnen und Lehrer teilen sich 1'042 Vollzeitstellen (–2% gegenüber dem Vorjahr). Knapp die Hälfte aller Vollzeitstellen entfallen auf die berufliche Grundbildung, zwei Fünftel auf die Gymnasien.

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Angela Kaufmann

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